Die Kunst des Weglassens

„Lebenskunst ist die Kunst des richtigen Weglassens“ – Coco Chanel

Coco Chanel war gewiss die Königin des Weglassens.
Beim Thema Duft gilt ihr Parfum „CHANEL N° 5“ nach wie vor als ewiger Klassiker und zugleich Inbegriff der Moderne.
Anders als die schweren Blumendüfte ihrer Zeit, die aus Pflanzen-Essenz gemischt wurden, kreierte Chanel gemeinsam mit dem Parfümeur
Ernest Beaux den ersten Duft, der neben natürlichen Duftessenzen auch synthetisch hergestellte Duftbausteine enthält.
Dadurch war eine viel differenziertere Mischung möglich und ein besonderer Duft geboren.

Der damaligen Damenmode, die sich durch Rüschen und Spitzenbesatz auszeichnete, setzte sie mit ihren Kreationen einen enormen Kontrast entgegen.
Ihre Entwürfe zeigen klare Formen und den bewußten Einsatz von Akzenten.
Trotz allen Reduzierens umgeben ihre Entwürfe eine ganz besondere Eleganz.
Ihre Erfindung des „Kleinen Schwarzen“ ist schließlich bis heute aus dem Kleiderschrank einer Dame kaum noch wegzudenken.
Denn Chanels Kreationen machen genau das – aus einer Frau eine Dame.

Wie kann dies nun die Wohnwelt inspirieren?

Chanels Ansatz gilt bis heute – egal welchen Designbereich betreffend.
Sie sagte schließlich nicht „Damenmode-Kunst“, sondern „Lebenskunst ist die Kunst des richtigen Weglassens“
Ein Entwurf lebt nicht davon, dass möglichst viel in ihm enthalten ist. Er muss ausgewogen sein.
Die Vorzüge eines Raumes kommen dann zur Geltung, wenn sie überhaupt wirken können.
Oftmals sind Räume überfrachtet, da über die Jahre immer etwas hinzugekommen ist.
Es geht beim Einrichten nicht darum, stets alles zu verändern, aber genau wie bei einem Outfit verdient auch ein Raum die passende Kombination.
Das bedeutet natürlich nicht, dass saisonal die Polstermöbel weichen müssen.
Viel mehr sollte eine Basis im Raum geschaffen werden, die einzelne Elemente als Akzent wirken lässt.

Chanel ging es bei ihrem Entwurf des „Kleinen Schwarzen“ darum, dass die Frau die es trägt, sich auch darin bewegen und wohlfühlen kann.
Genau das sollte der Anspruch an Ihren Wohnraum sein.
Überlegen Sie sich, auf welche Gegenstände Sie nicht verzichten können.
Sie leben in erster Linie in diesen Räumen und müssen sich wohlfühlen.
Sie brauchen natürlich ausreichend Stauraum für die Dinge, die Sie im Alltag nutzen.

Aber fragen Sie sich auch kritisch, was zu viel ist. Was passt nicht? Worauf können Sie verzichten?
Sie werden sehen, dass es auch befreien kann, sich von Dingen zu lösen.
Wir sehen uns oft blind an der gewohnten Umgebung.
Dabei verbringen wir in unserem Wohnraum so viel Zeit, dass er besondere Aufmerksamkeit verdient.

 

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